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Tobi Pauls Kaltschnäuzigkeit entscheidet Nervenschlacht

American Football: Die Minden Wolves benötigen gegen die Kachtenhausen White Hawks die Overtime zum 38:37-Sieg

„Ich bin nicht nervöser als sonst gewesen, war mir absolut sicher, dass ich das Ding mache!“ Tobias Pauls, Kicker der Minden Wolves, sorgte für kollektives Aufatmen bei Mannschaft und Zuschauern. Sein Point after Touchdown (PAT) in der Overtime des Gipfeltreffens der Oberliga beendete einen bislang nie erlebten Krimi zugunsten seines Wolfsrudels. Dreieinhalb Stunden nach dem KickOff auf dem Geläuf des Besselgymnasiums entschieden die heimischen American Footballer ein hochklassiges Ostwestfalenduell der bislang ungeschlagenen Teams mit 38:37 nach Verlängerung gegen die bärenstarken Kachtenhausen White Hawks für sich.

Ein überaus glückliches Ende für die Mannen von Headcoach Phil Gamble, die einen sichergeglaubten Sieg fast noch aus der Hand gegeben hatten. Kurz vor Schluss lagen die Hausherren vor geschätzten rund 900 Zuschauern mit 31:19 in Front, ließen aber binnen weniger Momente gleich zwei gegnerische Touchdowns zu und durften sich sogar noch glücklich schätzen, dass die Gäste aus dem Lipperland die Extrapunkte leichtfertig vergaben. „Ungeachtet der starken Leistung der White Hawks, die man neidlos anerkennen muss, hätten wir es normalerweise nicht soweit kommen lassen dürfen“, ärgerte sich Gamble, denn nach dem 31:19 durfte seine Offense noch dreimal auf den Rasen, verpasste dabei aber die Entscheidung.

Sportdirektor Volker Krusche hatte sich zu seinem Geburtstag von der Mannschaft einen Sieg gewünscht. „Und wenn es am Ende nur einer mit einem Punkt Unterschied ist.“ Dass die Jungs Letzteres dann wörtlich nahmen, hatte er damit nicht gemeint. Viele Zuschauer sprachen nach Spielende von dem spannendsten und dramatischsten Footballspiel, dass sie je gesehen hatten.“ Von mir aus hätte das aber nicht sein müssen…“ Der Sportdirektor lief gemeinsam mit Mannschaftsarzt Dr. Ulrich Grünwald in der Teamzone auf und ab, konnte nicht hinsehen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie künftig an mein Herz denken sollen.“

Aber auch bei ihm fiel die Anspannung nach dem erfolgreichen PAT von Tobi Pauls auf einen Schlag ab und er rannte, wie Spieler, Coaches und Staff, um den „Helden des Tages“ gebührend zu feiern.

Vom KickOff an wurde klar, dass Kachtenhausen nach 17 Spielen in Folge ohne Niederlage keinen Grund sah, bei den Wolves kleine Brötchen zu backen. Ganz im Gegenteil. Die Gäste erwiesen sich taktisch sehr gut auf den Gegner eingestellt und setzten immer genau dort, wo sie es wollten, gezielte und letztlich auch treffende Nadelstiche. Dabei durften sie sich auf den wohl besten Mann auf dem Feld, Bastian Schulze, verlassen. Der Quarterback der „weißen Falken“ hatte maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team ebenbürtig war. Geschützt von einer guten O-Line hatte der 23-Jährige immer viel Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und insbesondere seine Receiver per Pass zu bedienen. War das nicht möglich, lief er selbst und holte wertvolle Yards heraus.

Ehe die Hausherren eigentlich richtig im Spiel waren, lagen sie auch schon zurück. Ein Pass von Schulze fand einen Abnehmer und der stürmte in die Endzone. Den PAT ließ Kachtenhausen allerdings liegen. Minden hatte die Antwort aber postwendend parat. Dachte man jedenfalls. Zunächst beförderte Willie Fedd jr. einen Puntreturn bis zur Mittellinie, doch sein folgender Touchdown fand keine Anerkennung bei den Referees, die gerade in der Anfangsphase der Partie rund 50 Yard an Strafen gegen den vermeintlichen Favoriten aussprachen. Auch im zweiten Angriff zogen die White Hawks das Pass- dem Laufspiel vor und kamen wieder in eine gefährliche Position. Letztlich aber hielt die Wolves-Defense, so dass die Gäste lediglich zu einem Field Goal-Versuch kamen, den sie von der 35 Yardlinie aber vorbeisetzten. Dennoch fand Schulze immer wieder andere Passempfänger, was die Heimmannschaft vor größere Probleme stellte.

Andererseits ließen die sich aber auch nicht lumpen – und erneut lief Fedd jr. bei einem Puntreturn bis zur gegnerischen „30“. Der starke Mike Davis kam mit zwei Läufen bis fast an die Goalline, von wo ein kurzer Pass Kenneth Patten jr. in der Endzone erreichte. Im Gegensatz zu den Gästen waren die Wolves mit ihren PATs aber erfolgreich. Tobias Pauls brachte sein Team mit 7:6 in Führung.

Nervenstark präsentierten sich die „Falken“ zumeist im dritten Versuch ihrer Offense, wo Schulze fast immer einen Abnehmer für ein neues First Down fand. Einen sogar zu Beginn des zweiten Viertels im „gelobten Land“, wodurch die Führung beim 12:7 für den Gast wieder wechselte. Diesmal versuchten es die Lipper mit einer Two-Point-Conversion, die aber ebenfalls misslang.

Ein weiter Lauf von Lars Weiß wurde nach einer gelben Flagge zurückbeordert. So kam Minden letztlich „nur“ in Field Goal-Position und verkürzte durch Pauls gekonnten Versuch aus gut 35 Yard auf 10:12. Bis dahin hatte Kachtenhausen fehlerfrei gespielt. Der erste Fehler sollte aber nicht folgenlos bleiben. Bei einem Puntversuch rutschte der Ball dem Kicker durch die Hände, rollte nach hinten und musste an der 10-Yardlinie gesichert werden. Diese Chance, direkt vor der Goallinie in Ballbesitz zu kommen, ließen sich die Hausherren nicht entgehen und drehten nach dem Touchdown von Mike Davis und dem Pauls-PAT den Rückstand in eine 17:12-Führung.

Sechs Sekunden vor Ende des zweiten Viertels verletzte sich ein Kachtenhausener Spieler vermeintlich schwer. Das Spiel wurde für mehr als 30 Minuten unterbrochen, die Ärzte kümmerten sich um den am Boden Liegenden, während ihn beide Mannschaften abschirmten. Er wurde schließlich mit dem Rettungswagen ins Mindener Klinikum eingeliefert. Laut Aussagen Kachtenhauser Spieler soll es ihm aber schnell wieder besser gegangen sein. Nach einem Abknieen der Gäste ging es in die Pause.

Aus der kamen die Minden Wolves entschlossen. Davis sorgte mit zwei erstklassigen Läufen für guten Raumgewinn. Den anschließenden Pass von Quarterback Fabrice Steinbach fing Willie Fedd jr. sicher. Inklusive des PATs hieß es auf einmal 24:12.

Danach bekamen sich Felix Freudenberg (Kachtenhausen) und Lars Ohlsen Weiß (Minden) nach einer Aktion in die Haare. Beide Spieler wurden „ejected“ und müssen nun mit einer Spielsperre rechnen. Die Gäste schlossen ihren Angriff schließlich mit einem weiteren Endzonenbesuch ab und sicherten sich anschließend ihren einzigen Extrapunkt – 19:24. Im Gegenzug aber fing Willie Fedd jr. trotz Bedrängnis zweier Gegenspieler den Ball in der Endzone und sorgte (plus PAT von Pauls) für eine sicherwirkende 31:19-Führung.

Doch anstatt in der Folge eine von drei weiteren Möglichkeiten, als die Mindener Offensive wieder auf den Platz kam, zur Verbesserung des Resultats und damit wohl für die Vorentscheidung zu nutzen, hielt man die Gäste angesichts eines Zwei-Score-Games weiter im Spiel. Und die Lipper ließen sich unter Mithilfe der Hausherren am Ende nicht zweimal bitten. Nach dem Touchdown (Two-Point-Conversion war nicht gut) zum 25:31 verlor die Wolves-Offense aufgrund fehlender Abstimmung den Ball. Den Fumble brachte Kachtenhausen bis kurz vor die Goalline. Drei Versuche reichten aber nicht zum Punkten – allerdings der Vierte, 45 Sekunden vor Schluss. Ausgleich 31:31. Nur gut, dass die White Hawks eklatante Schwächen beim Extrapunkt aufwies. Diesmal wurde der Ball geblockt.

Minden schaffte es in der verbleibenden Zeit aber nicht, den Ball zumindest in eine Field Goal Range zu bringen, so dass es hieß: Overtime! Unentschieden sind im deutschen Seniorenfootball nicht möglich.

In der hatten die White Hawks zuerst die Chance, in drei Versuchen eine 25 Yardstrecke zum Touchdown zu überwinden, was ihnen im dritten Versuch gelang. Der PAT ging aber an den Stangen vorbei – kein Punkt. So kamen die „Wölfe“ beim 31:37 in Ballbesitz. Die Spannung war nicht zu überbieten. Die Fans erlebten einen Krimi der gehobenen Klasse. Ein erster Versuch von Fabrice Steinbach soll Willie Fedd jr. außerhalb des Feldes erreicht haben, was die Wolves natürlich völlig anders sahen. Und auch beim zweiten Pass von Steinbach soll Lars Weiß den Ball nicht in der Endzone gefangen haben, was die Hausherren ebenfalls anders wahrgenommen hatten. Nun blieb noch ein Versuch. Es drohte die erste – und keinesfalls eingeplante – Saisonniederlage. Aber erneut fand der Pass Steinbachs einen eigenen Mann. Wen sonst, als Willie Fedd jr. Ausgleich! Die Steine, die den Mindenern abfielen, waren sicherlich meilenweit zur hören.

Aber es hieß „nur“ 37:37. Im Gegensatz zu den Gästen waren bei den Wolves bislang aber alle Extrapunkte erfolgreich gewesen. Und so kam es jetzt zum „Final Countdown“, bei dem sich Kicker Tobias Pauls zum „Held des Tages“ aufschwang und das Ei zwischen die Stangen setzte. 38:37 für Minden!

Der Rest war Jubel, Erleichterung und Freude pur. Angesichts der sich abzeichnenden Überlegenheit beider Teams wird es nun wahrscheinlich auf das Rückspiel ankommen. Doch erst einmal galt es dieses Nervenspiel zu verarbeiten. Und der noch Minuten nach dem Spielende über den Platz streifende Mindener Sportdirektor hatte nur einen Wunsch an seine Jungs: „Bitte an meine Gesundheit denken“, so Volker Krusche.

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